Dreikönigstreffen in Hamburg-Bergedorf

10. Januar 2010 - Mehr als 160 Parteifreude, Gäste und Unterstützer ließen sich auch von Sturmtief "Daisy" und viel Schnee auf Hamburgs Straßen nicht von Besuch des traditionellen Bergedorfer Dreikönigstreffen im schönen Zollenspieker Fährhaus abbringen. Gastredner waren Ajs Dam von Femern A/S und die niedersächsische FDP-Europaabgeordnete Gesine Meißner. Ein großes Dankeschön geht an Stefan Kubat und Rüdiger-Horst Bambach für die gute Organsiation, Vorbereitung und Moderation.


Die geplante feste Fehmarnbelt-Querung wird von deutscher Seite nicht mit den nötigen Investitionen für Straße und Schiene begleitet. Diese Ansicht vertrat gestern beim Dreikönigstreffen der Hamburger Liberalen Ajs Dam, Leiter Unternehmenskommunikation der Femern A/S des Königreichs Dänemark. Vor allem der Schienenausbau für leistungsfähige Schnellverbindungen sei mit den veranschlagten Kosten nicht zu leisten, so Dam. Damit könne Deutschland die Infrastruktur-Vorteile, die sich ab 2018 ergeben werden, nicht in vollem Umfang nutzen. Auch der Straßenbau sei nicht adäquat geplant.

“Wir Dänen bauen Straßen, um Probleme zu verhindern, die Deutschen bauen Straßen, wenn es die Probleme bereits gibt”, fasste der Kommunikationsmanager seine Sicht der Dinge zusammen. Insgesamt werden sich die Kosten für eine Brücke über den Fehmarnbelt auf ca. 4.5 Milliarden Euro belaufen, eine ebenfalls erwogene Tunnellösung würde etwa 1 Milliarde Euro mehr kosten. Ob Tunnel oder Brücke, soll sich 2012 entscheiden. Das gesamte Kostenrisiko liegt beim dänischen Staat, finanziert wird das Projekt über die Mauteinnahmen. Die Nutzung der Brücke oder des Tunnels soll die Fahrstrecke Hamburg-Kopenhagen um 1 1/2 Stunden auf nur noch 3 Stunden verkürzen, die Mautgebühren sollen niedriger ausfallen als bei den Fährverbindungen.

Hamburgs FDP Landesvorsitzender Rolf Salo forderte Bürgermeister Ole von Beust auf, unverzüglich in einer konzertierten Aktion mit dem Bund und den benachbarten Bundesländern einen neuen Abgleich der erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen vorzunehmen.


Die FDP-Abgeordnete des Europäischen Parlaments, Gesine Meißner, fordert ein gemeinsames Abkommen der nordeuropäischen Seehäfen, um strukturell für die Zukunft gerüstet zu sein.

Mit Blick auf die positive Entwicklung in Rotterdam und den Rückgang des Umschlags in Hamburg schlug Meißner beim gestrigen Dreikönigstreffen der Hamburger Liberalen eine engere Abstimmung der Häfen im Norden des Kontinents vor.

„90% der Transportlogistik weltweit läuft über den Wasserweg. Natürlich werden auch südeuropäische Häfen versuchen, Waren und Güter für den Kontinent bei sich umzuschlagen. Doch hier stehe ich als Abgeordnete vor allem für die Hamburger Interessen!"

Hamburg sei zur Umwelthauptstadt Europas für 2011 gekürt worden, das zeige auch, wie erfolgreich an der Elbe der Ausgleich zwischen Ökologie und Ökonomie im Sinne einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung gelungen sei.

Hamburgs FDP-Landesvorsitzender Rolf Salo begrüßte das Engagement von Gesine Meißner für die Hamburger Interessen in Straßburg, das Europäische Parlament sei auch ein Forum zur Artikulation regionaler Interessenslagen.

      

Fotos: Gerhold Hinrichs-Henkensiefken, Jan Paulick