Katja Suding

Katja Suding

Meine Politik

Haltung

Politikerin zu sein, heißt für mich zu wichtigen Aspekten unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung eine Haltung zu haben. Über allem steht die Freiheit der individuellen Selbstverwirklichung. Der Einzelne entscheidet, wie er leben will. Nicht Politiker. Das ist die Basis einer intakten Gesellschaft. Obrigkeitsstaatliche Bevormundung und Engstirnigkeit sind mir fremd. Unabhängigkeit, Verantwortung und Toleranz sind Werte, die meine politische und persönliche Haltung bestimmen. Vorurteile und Ressentiments lehne ich ab. Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass Vielfalt und selbstbestimmte Lebensentwürfe das Beste sind, was einer Gemeinschaft passieren kann.

FDP

Die persönliche Auseinandersetzung mit manchen Haltungen in meiner konservativ geprägten Heimat führt mich zu den Freien Demokraten. 2006 trete ich in die Partei ein, arbeitet in verschiedenen Gremien mit und kandidiere 2009 erstmals für den Bundestag. 2011 werde ich Spitzenkandidatin der Hamburger Freien Demokraten zur Bürgerschaftswahl und kann sie mit 6,7 Prozent ins Rathaus zurückführen. 2015 erreichen wir mit mir als Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidatin das Rekordergebnis von 7,4 Prozent, noch im selben Jahr werde ich zur stellvertretenden FDP-Bundesvorsitzenden gewählt. Ich tue das alles, weil ich mich für die Werte engagieren möchte, die mir viel bedeuten, vor allem Freiheit und Selbstbestimmung. Im Programm der FDP sehe ich mein Grundverständnis unserer Gesellschaft konsequent verankert: ,Guck’ nicht auf das, was andere für Dich tun können, sondern mach’ es selbst.’ Danach lebe ich seit meiner Jugend – ich wollte nie abhängig sein von irgendwem oder irgendwas.

Bildung

Alle Kinder sollen die Chance bekommen, dass gute Pädagogen ihre individuellen Potenziale stärken, denn Bildung ist der Schlüssel für Selbstbestimmung und Erfolg. Kein Kind darf davon ausgenommen sein – egal, aus welchem Elternhaus und welchem Stadtteil es kommt. Dafür braucht Deutschland Bildungsausgaben auf dem TOP-5-Niveau der OECD-Staaten und eine grundlegende Reform des Bildungsföderalismus. Das Kooperationsverbot muss ausgehoben werden, der Bund muss den Ländern bei Bildungsausgaben unter die Arme greifen können, damit alle Kinder beste Chancen haben. Digitale Unterrichtsmittel sollen die Kreidezeit in den Schulen beenden. Es muss Unterrichtsgarantien für unsere Schüler geben und mehr individuelles Lernen durch digitale Bildungsangebote. Die Lehrerausbildung muss mit Eignungstests und früheren Praxiserfahrungen modernisiert werden. Die Inklusion darf nicht länger mit der Brechstange durchgesetzt werden, sondern braucht sinnvolle Ergänzung durch ein breites Angebot von Förderschulen. Die frühkindliche Bildung muss ausgebaut, dass Ganztagsangebot ausgeweitet werden. Und unsere Universitäten haben eine höhere politische Wertschätzung verdient. Nur starke Hochschulen fördern Innovationskraft.

Wirtschaft

Wenn der Staat sich an Unternehmen beteiligt oder sie kauft, ist das für den Steuerzahler teuer und meistens nicht gut. Fast immer sind private Betreiber die besseren Betriebswirte. Politik soll für beste Bedingungen sorgen, Weichen stellen, sich auf die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft besinnen, mit einem starken Ordnungsrahmen, der klare und faire Regeln durchsetzt. Durch innovative Gründer soll mehr Dynamik im Wettbewerb entstehen. Deshalb fordern wir: Eine neue Gründerkultur und mehr Engagement für Köpfe und Kapital. Die Abschaffung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und die Ausweitung des Emissionshandels sind überfällig. Der Abbau überflüssiger Bürokratie muss wieder ins Zentrum politischen Handelns rücken. Moderne Arbeitszeitmodelle müssen in Zeiten von Homeoffice möglich sein, ohne dass überkommene Regeln dies unmöglich machen. Die Tarifautonomie muss Sache von Gewerkschaften und Arbeitgebern bleiben, statt staatlichem Einfluss zum Opfer zu fallen.

Infrastruktur

Eine moderne und funktionierende öffentliche Infrastruktur ist das Rückgrat für eine dynamisch wachsende Wirtschaft und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Dafür braucht es mehr als nur gelegentliche Reparaturen. Ich mache mich stark für den flächendeckenden Ausbau eines leistungsfähigen Glasfasernetzes in Deutschland. Eine Digitalisierungsoffensive ist auch für das Verkehrssystem überfällig, genau wie die umfassende Modernisierung von Straßen, Schienen und Wasserwegen. Gerade wir Hamburger wissen: Wer rechtzeitigen Autobahnbau oder Elb-Fahrrinnenanpassung versäumt, der schädigt eine Handelsmetropole ganz besonders! Der Verkehr muss fließen, das hilft allen – auch der Umwelt. Unkoordinierte Baustellen und veraltete Verkehrsleitsysteme provozieren unnötige Staus. Die Erweiterung des Streckennetzes von Bussen und Bahnen sowie die Erhöhung der Taktung, die Einrichtung von Velorouten und die Sanierung der Straßen sind gleichermaßen wichtig. Ich unterstütze Innovationen wie Carsharing, E-Mobilität und Stadtrad. Vereinfachungen der Systeme und Angebote, Knotenpunkte zum Umsteigen und frequenzabhängige Ampelschaltungen erhöhen die Effizienz und sorgen für weniger Stress bei der Fortbewegung.

Familie

Eine moderne Familienpolitik ist mir ein persönliches Anliegen: Der Wust aus aber-dutzenden familienpolitischen Fördermaßnahmen muss gelichtet werden. Langzeitkonten für Arbeitszeit können mehr Souveränität und Flexibilität in der beruflichen wie privaten Lebensgestaltung ermöglichen. Das schafft Freiheiten – zum Beispiel für mehr Luft in der „Rush-Hour“ des Lebens, bei der Vereinbarkeit von Arbeit und Familie, für ein Postgraduiertenstudium oder ein Sabbatical. Der Strauß der kindesbezogenen Leistungen soll zu einem Leistungspaket gebündelt und zentral ausbezahlt werden, auch um Missbrauch vorzubeugen. So kommt das Geld auch bei den Kindern an. Mit der Anhebung von Kinderfreibeträgen und voller steuerlicher Absetzbarkeit von Betreuungskosten bis zum Höchstbetrag wollen wir Alleinerziehende entlasten. Ich mache mich stark dafür, die Finanzierung der Schulen, Kindergärten und Kitas schrittweise auf Bildungsgutscheine umzustellen. Denn so entsteht ein transparenter Qualitätswettbewerb um die besten Bildungsleistungen. Außerdem setzen wir uns für die Einführung der Verantwortungsgemeinschaft als Rechtsinstitut neben der Ehe ein.

Geld

Bei allem, was die Politik mit dem Geld der Steuerzahler anstellt, geht es um Verantwortung gegenüber unseren Kindern und Enkeln. Wir dürfen nicht mehr ausgeben als in der Kasse ist. Aber das, was da ist, können wir besser verteilen. Kritisch müssen wir jeden Kostenpunkt hinterfragen, Tabus darf es dabei nicht geben. Ausgaben sparen kann der Staat durch konsequente Minimierung von Risiken und deutlichen Stellenabbau – ohne dabei Existenzen zu gefährden. Nur so kann die Schuldenbremse für Bund und Länder greifen. In Zeiten von Rekordsteuereinnahmen, Haushaltsüberschüssen und niedrigen Zinsen müssen außerdem die Bürger entlastet werden. Deshalb fordern wir: Weg mit dem Soli und das Abmildern der Kalten Progression. Mehr Arbeit muss sich vor allem für Gering- und Mittelverdiener wieder lohnen. Ein Freibetrag auf die Grunderwerbssteuer in Höhe von 500.000 Euro auf die erste selbstgenutzte Immobilie soll den Bürgern den Einzug in die eigenen vier Wände erleichtern.

Gemeinschaft

Unsere Solidargemeinschaft unterstützt denjenigen, der es alleine nicht schafft. Wer in einer Notsituation Hilfe empfängt, braucht Motivation und Unterstützung, um schnell wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Die meisten Menschen wollen und können ein selbstbestimmtes Leben in eigener Verantwortung führen. Leider entsteht zu oft der Eindruck, unser Sozialstaat biete dazu eine bequeme Alternative – indem er den, der dies vorzieht, wie ein unmündiges Kind an die Hand nimmt und durchs Leben führt. Ich lehne dies ab, es schadet unserer Gemeinschaft. Ich will mich dafür einsetzen, dass auf europäischer Ebene eine gemeinsame Migrationspolitik etabliert wird, die sinnvolle Zuwanderung nach klaren Kriterien ermöglicht und denjenigen Zuflucht gewährt, die echte Asylgründe haben.

Europa

Ich bin wie alle Freien Demokraten überzeugte Europäerin. Das europäische Projekt hat uns Frieden und Wohlstand gebracht. Doch das Europa der 28 Mitgliedsstaaten ist nicht perfekt. Wir wollen die EU stärker machen, indem wir die Schwächen beheben. Ich kämpfe für institutionelle Reformen, die in Brüssel und Straßburg mehr Transparenz und Effizienz bewirken: weniger EU-Kommissare, dafür klare Zuständigkeiten. Das EU-Parlament muss nicht für viel Geld zwischen beiden Städten pendeln. Ein effektiver Schutz der EU-Außengrenzen und eine echte gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik in Europa sind unverzichtbar. Eine Vergemeinschaftung der Schulden einiger EU-Länder auf Kosten der solide wirtschaftenden Nationen wie Deutschland darf es nicht geben. Freihandelsabkommen wie TTIP und CETA müssen geschlossen werden, damit wir als westliche Wertegemeinschaft die Standards für einen fairen und nachhaltigen Welthandel prägen. Die Vereinigten Staaten von Amerika bleiben unser wichtigster Partner außerhalb der EU, egal wer dort regiert. Mit Staaten wie der Türkei, die demokratische Werte mit Füßen treten, darf nicht weiter über eine EU-Mitgliedschaft verhandelt werden.

Mein Leben

Kindheit

Mein Leben beginnt am 30. Dezember 1975 in Vechta. Mein großer Bruder ist schon da, der kleine folgt mir ein gutes Jahr später. Zuhause die traditionelle Rollenaufteilung: Mein Vater arbeitet als leitender Angestellter, meine Mutter kümmert sich um Haushalt und Kinder. Meine katholischen Eltern wählen konservativ. Kirche und Politik sind am Esstisch aber nur gelegentlich Thema. Auf der katholischen Mädchenschule bricht mein bisheriges Rollenbild: Statt Jungs sind es die Mädchen, die beim Sport Kampfgeist zeigen und in Physik Leidenschaft entwickeln. Obwohl ich nicht übermäßig fleißig bin und der lebensferne Lehrstoff mich nicht besonders interessiert, schaffe ich nach meinem Jahr in den USA ein sehr gutes Abitur. Ich mag meine Geburtsstadt, es drängt mich aber hinaus in die Welt.

Heimat

Aufgewachsen bin ich in der niedersächsischen Kleinstadt Vechta. Die CDU holt hier gewöhnlich ihr bundesweit bestes Ergebnis. Die Gegend ist nicht nur tiefschwarz, sondern auch sehr katholisch geprägt. Nach Hamburg führt mich 1999 mein erster Job in einem Internet-Startup. Ich spüre sofort, dass diese weltoffene Stadt mit ihrer Kultur und bunten Vielfalt meine neue Heimat werden soll. Bis heute ist sie es geblieben, Vechta ist mein Refugium. Seit Jahren wohne ich in den Elbvororten. Häufig zieht es mich ans Wasser. Sehe ich die Segler auf der Alster oder blicke rüber zum Hafen, durchfährt mich die Liebe zu dieser wunderbaren Stadt.

Hamburg

Hamburg ist für mich Zuhause geworden. Gerne engagiere ich mich politisch für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen in dieser wunderbaren Stadt. Alle sollen den Wohnraum bekommen, den sie suchen. Jeder soll den Job finden, der ihn ernährt und erfüllt. Eltern sollen Hamburg als Heimat ihrer Kinder schätzen. Stadt und Land sollen Gründer und Ideen anziehen, kleine wie große Unternehmen sollen hier wachsen können und sich gut behandelt fühlen. Menschen, die aus Krisenregionen zu uns fliehen, brauchen Hilfe. Hierfür möchte ich mich auch auf Bundesebene stark machen.

Familie

2002 und 2004 kommen meine Söhne Johann und Jacob zur Welt. Seit der Trennung von meinem Ex-Mann leben sie bei ihrem Vater. Ich bleibe für die Kinder sehr präsent und mit meinem Mann in freundschaftlicher Verbindung. Heute lebe ich in einer neuen festen Partnerschaft, wir verbringen viel Zeit mit meinen Jungs.

Job

Mein erstes Geld verdiente ich als Schülerin: Vom Fließband einer Geflügelschlachterei über Jobs als Zimmermädchen und im Supermarkt nutzte ich jede Gelegenheit, mir das Taschengeld für mein Schuljahr in Amerika zu erarbeiten. Nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften in Münster startete ich in meinen Beruf als Beraterin für Public Relations. Ich arbeitete meistens freiberuflich für verschiedene Hamburger Agenturen, wo ich mich um große Kunden aus der Mode-, Einrichtungs- und Automobilbranche kümmerte.

Quereinstieg

Kein herausragendes Amt oder Mandat strebe ich zum Start meiner Mitgliedschaft in der FDP an. Ich möchte kreative Unterstützerin aus der zweiten Reihe sein. Die Partei wählt mich ein Jahr später in den Vorstand des Kreisverbands Blankenese und 2009 in den Landesvorstand, mein Fachgebiet wird die Haushaltspolitik. Die von vornherein chancenlose Bundestagskandidatur bringt 2009 erste Medienkontakte mit sich, Bürger sprechen mich auf der Straße an. Als Ende 2010 die schwarz-grüne Koalition bricht, ist es der Landesvorsitzende Rolf Salo, der mich als Spitzenkandidatin der seit 2004 nicht mehr in der Bürgerschaft vertretenen FDP ins Spiel bringt. Ich nehme die Herausforderung an – ohne zu erahnen, welchen Rummel mein Quereinstieg auslösen wird. Mit der Wahl zur Fraktionschefin konzentriere ich mich auf die Politik, mein Job als PR-Beraterin pausiert.

Bürgerschaft

Seit 2011 führe ich die FDP-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft. Mein Mandat mit Sitz in drei Ausschüssen und der Fraktionsvorsitz fordern mich jede Woche zwischen 70 und 80 Stunden. Seit November 2014 kommt der Landesvorsitz der FDP Hamburg hinzu, seit Anfang 2015 der stellvertretende Vorsitz der Freien Demokraten im Bund. Ich liebe die konstruktive Teamarbeit, die Entwicklung von Positionen und Ideen mit meinen Kolleginnen und Kollegen. Vor vielen Menschen zu reden zählt aber noch immer nicht zu meinen Lieblingsaufgaben. Dennoch bin ich viel in Hamburg und ganz Deutschland unterwegs, um zu erfahren, was die Menschen bewegt. Denke ich an die Ziele zurück, mit denen ich 2006 in die Partei eintrat, erfüllt mich Demut vor dem, was ich erreichen durfte.

Neugier

Ich mache gern neue Erfahrungen. Wahrscheinlich ist es diese Lust, die mich antreibt. Die mich auch in schwierigen Situationen vor großen Herausforderungen nicht zurückschrecken lässt. Meine Neugier gibt mir Ruhe, Kraft und Zuversicht. Sie verwurzelt mich und lässt mich Stürmen Stand halten. Neues treibt mich an. Routine erweckt in mir schnell Langeweile.

Sport

Bewegung tut mir gut. Komme ich ein paar Tage nicht zum Sport, fehlt mir etwas. Im Fitnessstudio, beim Schwimmen mit meinen Söhnen oder beim Tennis schalte ich ab. Der Stress weicht, kreative Ideen entstehen wie von selbst. Ein Vespa-Unfall mit Knieverletzung und monatelanger Reha hat mich eine Zeit lang gehindert, sportlich richtig aktiv zu sein. Jetzt aber läuft es sich wieder ganz normal und ich probiere wie eh und je Neues aus: Yoga, Klettern oder auch mal Fußball.